Der Tag, an dem die Stadt Böblingen ihr Gesicht veränderte

Der allierte Bombenangriff vom 7. Oktober 1943

Es war jener Tag, an dem Böblingen sein Gesicht schlagartig, nachhaltig, ja bis heute wirksam, veränderte. Der verheerende Angriff der Alliierten am 7. Oktober 1943 ist vielen noch in Erinnerung. Beim Ökumenischen Gottesdienst zum 50. Jahrestag schilderte der Mitarbeiter der Böblinger Kreiszeitung, Walter Rebmann, wie er den Tag und die Nacht erlebte. Augenzeugenbericht von Walter Rebmann

7. Oktober 1943. Ein prächtiger Herbsttag. Viele Böblinger waren nachmittags auf ihren Baumäckern vor der Stadt und ernteten Obst. Müde sank man abends ins Bett. Auch unbesorgt, obwohl sich in jüngster Zeit die Fliegerangriffe auf Deutschland mehrten und immer häufiger feindliche Bomberpulks über die Stadt zogen. Aber inzwischen hatte sich dichter, undurchdringlicher Nebel ausgebreitet und wie eine Tarnkappe über die Stadt gelegt. In ihrem Schutz könnte man in dieser Nacht ruhig schlafen, sicher wie in Abrahams Schoß.

Dennoch heulten nachts die Sirenen. Mit zwölf Jahren hat man einen gesunden Schlaf, ich wachte nicht davon auf. Auch meine sonst so vorsichtige Mutter ließ mich ruhig weiterschlafen, weil der dichte Nebel den Gedanken an eine Gefahr gar nicht erst aufkommen ließ.

Und dann bricht plötzlich gegen Mitternacht das Inferno los. Ich schnelle aus dem Bett, barfuss und im Nachthemd jage ich die Treppe herab in den Keller, ein paar Stufen auf einmal nehmend. Auf allen Seiten heulen Bomben herab, explodieren mit ohrenbetäubendem Knall und zuckenden Blitzen. Fensterscheiben bersten klirrend, und die vom Luftdruck angehobenen Dachziegel poltern in geräuschvollen Lawinen das Dach herab. Brände flackern auf, Blitze zucken. Heulen und Detonationen auf allen Seiten. Auch im Keller schwindet das Gefühl des Hilflos-Ausgeliefert-Seins nicht.Todesangst hat die Menschen ergriffen. Aneinandergeschmiegt hocken sie da, zitternd im Dunkel. Kinder heulen und wimmern, Frauen und Männer beten laut.




Der Böblinger Marktplatz nach dem Bombenangriff vom 7./8. Oktober 1943. (Foto: Stadtarchiv Böblingen)

Und weiter tobt das Inferno. Die Erde bebt. Immer wieder erreichen Druckwellen explodierender Bomben auch den Keller und reißen die Tür auf. Das Kellerfenster löst sich aus den Angeln und fällt mir fast auf den Kopf. Wie durch ein Wunder bleibt das Glas heil. Fahles Licht zuckt immer wieder über die angsterfüllten Gesichter. Plötzlich lähmendes Entsetzen: Bösartig zischend brennt in nächster Nähe eine Brandbombe ab, taucht den Keller in gespenstisches Licht. Brennt bereits das Haus? Wir wissen es nicht. Aber keiner traut sich im Bombenhagel hinaus, um nachzusehen oder gar zu löschen.

Etwa eine halbe Stunde dauert der Angriff, eine halbe Ewigkeit des Schreckens-, Kaum kann man glauben, dass sie ein Ende hat, braucht Zeit, bis man sich aus den Klauen der Todesangst löst und wieder ins Freie traut. Wir sind glimpflich davongekommen. Unser Haus steht noch. Nur die Fenster sind zerborsten und das Dach ist abgedeckt. Wir haben Glück gehabt: Zwei Stabbrandbomben haben das Haus um Haaresbreite verfehlt und haben nur einen Meter, von der Hauswand entfernt ihr weißglühendes Magnesium versprüht. Sonst bietet die Stadt ein Bild des Schreckens. Drei Häuser brennen in unmittelbarer Nachbarschaft, dröhnend stürzen brennende Balken herab, brechen Mauern zusammen. Die Luft ist erfüllt mit penetrantem Brandgeruch, jetzt, tagelang. Glutrot ist der Himmel über der brennenden Altstadt gefärbt, und langsam fressen sich die Flammen am Dachstuhl und Turm der Stadtkirche herab und lassen das Herz eines jeden Böblingers, der an seiner Heimatstadt hängt, bluten.

„In dieser Kirche hat sich’s ausgepredigt für immer“, sagte einige Tage später Wilhelm Murr, der nationalsozialistische Reichsstatthalter für Württemberg, als er in den Trümmern der ausgebrannten Kirche stand. Er hat sich getäuscht: In einer großen Gemeinschaftsleistung von Kirchengemeinde, weltlicher Gemeinde und spendenwilligen Bürgern wurde diese Kirche als eines der ersten Gebäude der Stadt wieder aufgebaut, ein weithin sichtbares Zeichen des Wiederaufbauwillens, und konnte bereits 1950, als die übrige Altstadt noch in Trümmern lag, eingeweiht werden.“




Böblinger Altstadt nach dem Bombenangriff. Inmitten des Trümmerfeldes gut zu erkennen sind die Ruinen des klassizistischen Rathauses. (Aus. Erich Kläger, Böblingen in alten Ansichten, Böblingen 1976, S. 131

Bilanz des Schreckens

In der Nacht vom 7. / 8. Oktober 1943 fielen 408 Brandbomben und 35 Sprengbomben auf die Böblinger Altstadt. 44 Menschen fanden den Tod (20 Männer, 12 Frauen, 12 Kinder), etwa 200 Personen wurden verwundet, 1735 Menschen obdachlos, nahezu 70% der Altstadt war zerstört. Die Toten wurden am 13. Oktober 1943 auf dem Böblinger Friedhof beigesetzt.
Heute weiß man, dass der Angriff eigentlich Stuttgart treffen sollte. Starker Hochnebel irritierte jedoch die alliierten Flugverbände, so dass sich die Bombardierung über die gesamte Region bis nach Böblingen hinzog.
Im Juli 1944 folgte noch ein weiter Bombenangriff, bei dem 36 Menschen starben.



Der alliierte Bombenangriff vom 7. / 8. Oktober 1943 – Quellen und Augenzeugenberichte


„Am 7. Oktober 1943 lag nach einem herrlichen Spätherbsttag dichter Nebel über der Stadt, als um 23.18 Uhr die Sirenen heulten. Man hörte mitunter Feindflugzeuge in großer Höhe dahinziehen. Vom Turmbeobachter – es war in jener Nacht Johannes Giersberg (sonst war es Otto Zeller) – wurden einzelne Meldungen durchgegeben. Um 23.55 Uhr setzte der Angriff ein. Die Stadt wurde mit Bomben jeglichen Kalibers eingedeckt. In der Altstadt hatte sich in kurzer Zeit ein Flächenbrand entwickelt. Auch unmittelbar neben der Befehlsstelle (Schloßkeller) gingen Sprengbomben nieder und an drei Seiten des Schlosses brannten die Häuser lichterloh, auch das Schloß selbst. Rauch und Qualm drangen in die Befehlsstelle ein. Die Fernsprechverbindung setzte alsbald aus. Dies behinderte die Nachrichtenübermittlung und Befehlsgebung außerordentlich. Man konnte nur noch mit Mühe und Not von der Nordseite (Kastenweg) zum Schloßberg gelangen, da es auch in der Turmstraße brannte; deshalb gingen nur spärlich Meldungen ein. Später wurde die Ausweichbefehlsstelle (Ev. Gemeindehaus in der Sindelfinger Straße) bezogen. Der Angriff nahm gleich ein solches Ausmaß an, daß über die Auswirkungen keine Zweifel bestehen konnten. Es wurde deshalb sofort versucht, Hilfe beim Befehlshaber der Ordnungspolizei in Stuttgart anzufordern. Es blieb nichts anderes übrig, als mehrere motorisierte Melder auf verschiedenen Wegen zu entsenden, um die Hiobsbotschaft weiterzutragen und Hilfe zu erbitten. Der Landrat wurde gebeten, die Nachbarschaftshilfe in großem Maße anlaufen zu lassen. Um 2.30 Uhr war die erste Löschgruppe aus Maichingen eingetroffen, sodann kamen nacheinander die Wehren aus Gärtringen, Aidlingen, Weil der Stadt, Magstadt. Calw, Möhringen, Ulm, Heilbronn.

Bis zum 12. Okt. 1943 waren nächtliche Brandwachen nötig, um die schwelenden Feuer immer gleich im Keim zu ersticken, da zu befürchten war, daß der Feuerschein feindliche Flugzeuge anziehen würde. Zur Brandwache wurden neben den eigenen Löschgruppen die Wehren aus Tübingen, Göppingen, Ludwigsburg, Backnang, Horb, Nagold, Calw, Sindelfingen und Maichingen in Anspruch genommen. Da die Wasserversorgung schon bald nach Beginn des Angriffs ausfiel, mußte das Löschwasser aus den Seen und dem erst kurz zuvor fertiggestellten Löschteich am Maienplatz beim Kreiskrankenhaus, der sich als sehr zweckmäßig erwies, und aus zwei Zisternen (Untergeschoß des Autohauses Kögel an der Stuttgarter Straße) entnommen werden. Der Ausfall der Wasserleitung hatte zur Folge, daß die nur langsam einlaufenden auswärtigen Wehren nicht überall eingesetzt werden konnten. Ein großer Löschzug stand z. B. eine Zeitlang tatenlos in der Friedrich-List-Straße (damals Hermann-Göring-Straße) und konnte sich nur an der Bergung von Hausrat beteiligen.

Es sind auch manche Häuser abgebrannt, an die die Wehren mit ihren Schlauchleitungen (die vom See aus gelegt werden mußten) nicht heranreichten. Hätten statt nur eines Fäkalienwagens, den die Stadt Böblingen für Löschzwecke einrichten ließ, mehrere Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung gestanden, so hätte noch manches, insbesondere einzeln stehende Haus, gerettet werden können. Die große Schadenswirkung ergab sich vor allem daraus, daß der Angriff beinahe eine Stunde dauerte und abwechselnd Brandbomben. Sprengbomben und Minen geworfen wurden und daneben noch mit Bordwaffen geschossen wurde. Da in der stark feuerempfindlichen Altstadt und im „Bauernviertel“ meist Phosphorbrandbomben fielen, war an eine Rettung der alten Gebäude und der Scheunen nicht zu denken. Der Feind legte einen Bombenteppich auf dieses Altstadtgebiet, der die völlige Vernichtung bedeutete; das Feuer griff so rasch und mit solcher Wucht um sich, daß alles daran gesetzt werden mußte, wenigstens die Bevölkerung aus der Gefahrenzone herauszubringen, was in der Altstadt zum Teil nur mit Leitern über die Stadtmauer gelang.“

Erstveröffentlichung: Erich Kläger, Böblingen – Geschichte in Gestalten. Von den Anfängen bis zum Ende der Ära Brumme, Ameles Verlag, Böblingen 2003, S. 441.            

Ganz furchtbar traf das Unglück die Familie Körber-Döhm. Das Haus des Malermeisters Körber stand auf halber Höhe zwischen der Marktstraße und der Kirche neben dem alten Staffelaufgang. Es hatte einen guten und tiefen Keller, zu dem 19 Stufen hinabführten. Als nun in der Nacht des 7. Oktober 1943 die nahe Sirene auf dem Schloßberg aufheulte, begab sich die Familie, wie gewohnt, in den Keller: Paul Döhm, seine Frau Sofie geb. Körber, seine drei Kinder Ruth, Margarete und Gustav, seine Schwägerin Hermine Körber geb. Reinhardt, mit ihren Kindern Erika und Elfriede und ihrem 10jährigen Neffen Erich Jäger aus Stuttgart, Sohn der Marie Jäger geb. Körber, der aus Sicherheitsgründen nach Böblingen geschickt worden war, also neun Personen. Eine Luftmine traf das Haus und verschüttete den Kellereingang. Der Notausgang wurde unpassierbar, als durch ihn der Phosphor einer Phosphorbombe brennend hinabrieselte. So mußten alle ersticken und zum Teil verkohlen. Die Mutter Hermine wurde später sitzend aufgefunden, ihre Kinder im Arm haltend. Der Neffe hatte sich hilfesuchend an sie geklammert.

Ein ähnliches Schicksal brach über die Familie Henne in der Teckstraße herein. Der Vater Otto Henne war Soldat und zur Zeit des Fliegerangriffs in Frankreich. Seine Mutter Luise Henne, seine Frau Emilie geb. Krauß und seine drei Kinder Irene, Brunhilde und Wolf gang eilten beim Alarm am 7. Oktober wie stets zum Keller. Die Großmutter, die den Schluß bildete, kam nicht mehr hinunter. Sie war gerade in Höhe der Haustüre, als zwei Volltreffer das Haus zerschmetterten und sie auf die Straße schleuderten. Sie erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und an der Schulter, die einen Krankenhausaufenthalt von sechs Monaten nötig machten und große, tiefe Narben hinterließen. Die Mutter aber mußte mit ihren drei Kindern im Keller, dessen Ausgänge verschüttet waren, verbrennen. Brandbomben hatten die Haustrümmer und 50 Zentner Briketts, die für die von Frau Henne betriebene Wäscherei im Keller lagen, entzündet. Der Vater Otto Henne wurde durch ein Telegramm an seinen Truppenteil davon verständigt, daß bei einem Bombenangriff sein Haus getroffen worden sei. Er erhielt sofort Urlaub. Den wahren Sachverhalt erfuhr er erst im Eisenbahnwagen zwischen Stuttgart und Böblingen. Er hörte zufällig zwei Mädchen von der zerbombten Schreinerei Alber sprechen, die das Nachbargebäude vom Haus Henne war. Er fragte sie, die ihn nicht kannten, um Auskunft über die Familie Henne. Ahnungslos erzählten die Mädchen die ganze schreckliche Wahrheit vom Tod der Frau und der Kinder. Die Mädchen verstummten plötzlich, als sie die Wirkung ihres Berichts sahen. Und als der Soldat seinen Namen nannte, machten sie sich bittere Vorwürfe, weil sie diesen Mann ungewollt in einen solchen Jammer gestürzt hatten.

Am Montag, dem 11. Oktober, traf Otto Henne zu Hause ein, das nun für ihn kein Zuhause mehr war. Wen mag es wundern, daß er am 13. Oktober bei der Trauerfeier für die Opfer der Bombennacht auf dem Friedhof zusammenbrach? (…)

Erstveröffentlichung: Karl Bauer: Zerstörung der Kreisstadt Böblingen im Zweiten Weltkrieg und ihr Wiederaufbau. Ehrenbuch für die Gefallenen und Vermissten 1939-1945, hrsg. von der Stadt Böblingen im Oktober 1963 anlässlich des 20. Jahrestages des Luftangriffs am 7./8. Oktober 1943, S. 22-23.

Karl Bauer war Lehrer und später erster Rektor der Böblinger Mittelschule.

Meine Erinnerung an die Schreckensnacht vom 7. / 8. Oktober 1943 lautete das Thema eines Schulaufsatzes in den Klassen 7 und 8 an der Böblinger Volksschule Gartenstraße. Erwin Funk veröffentlichte 1987 mehrere dieser Aufsätze in seiner umfangreichen Dokumentation „Böblingen im Dritten Reich“.

Lesen Sie Im folgenden Auszüge aus zwei dieser Aufsätze:

„Selbst in der größten Verwüstung kam die Volksgemeinschaft nicht ins Wanken“
Vom 7. auf 8. Oktober 1943 wurde auch unsere Stadt, wie noch viele andere in Deutschland, von den feindlichen Terrorfliegern zerstört und ruiniert. Darüber sollen wir nun einiges berichten. Am Donnerstag, dem 7. Oktober, nachts um 11.30 Uhr, heulten die Sirenen auf. Doch, wie schon öfters, dachten wir nicht, daß die Engländer auch uns angreifen würden. Viele Leute, oft sogar auch Männer, blieben darum ruhig im Bett. Auch ich hielt es wie diese, und als man erst eine Viertelstunde lang nichts hörte, freute ich mich schon, daß nun meine Geschwister wieder einmal umsonst aufgestanden wären. Da hörte man auf einmal von der Ferne das Motorengeräusch vieler feindlicher Flugzeuge. Jetzt fuhr ich aber aus dem Bett und kleidete mich eiligst an, da wurde es draußen taghell, und man hörte das Sausen der feindlichen Luftminen und Sprengbomben. Dazwischen hinein hörte man auch die herabstürzenden Phosphorbomben und -kanister. Oft flogen die Flugzeuge ganz nieder über die Stadt hinweg, daß man hätte meinen können, sie wollten sehen, was noch stehe und was sie noch zusammenwerfen könnten. Einige Häuser wurden sogar mit Bordwaffen beschossen. Der Angriff dauerte ungefähr 30 bis 40 Minuten, und nach einer weiteren Viertelstunde ertönte die Entwarnung. Als wir auf die Straße gingen, mußten wir über Schutt, Glasscherben und Trümmer steigen. Hier war es ganz hell vom Feuer der brennenden Häuser und Scheuern. Schon in der Stuttgarter Straße brannten einige Häuser, doch je mehr man in die Stadt hineinkam, um so größer war das Bild der Zerstörung. Überall brennende und eingestürzte Häuser. Auf der linken Seite der Altstadt stand beinahe alles in Flammen. Wenn man vom Schloßberg aus herabsah, konnte man überall das Aufflackern der Flammen sehen. Selbst die einzeln stehenden Häuser hatten die Mordbrenner nicht vergessen. Auch der Feierraum, die Kirche und andere schöne Gebäude wurden zerstört und ruiniert. Aber selbst in der größten Verwüstung kam die Volksgemeinschaft nicht ins Schwanken.“ (…)

„… unser Hund aber mußte verbrennen“
In der Nacht vom 7. auf 8. Oktober erlebte Böblingen einen furchtbaren Fliegerangriff. Ich schlief schon lange. Da, auf einmal, heulten die Sirenen. Ich stand schnell auf, zog mich an und ging zu meinen Eltern hinunter. Mein Vater ging auf die Bühne und schaute zum Fenster hinaus. Aber da war ein solcher Nebel, und es dachte sicher niemand daran, daß es so kommen könnte. Da, auf einmal hörte man in der Ferne Flieger surren, aber kaum waren sie da, so fielen schon Bomben. Wir gingen schnell in den Keller. Dann fiel Bombe auf Bombe. Nach etwa 5 Minuten bekam auch die Ziegelei, neben der ich wohnte, etwas ab. Sie brannte gleich lichterloh, daß es nur so knisterte und knasterte. Mein Vater und Herr Reinold sprangen immer wieder ins Büro, um wichtige Dinge zu retten. Dann schauten sie schnell nach unseren Hasen, Gänsen und Schweinen. Die Gänse waren schon fort, weil es ja alle Türen aufgerissen hatte. Die Schweine und Hasen konnte man noch retten, unser Hund aber mußte verbrennen.“ (…)


Erstveröffentlichung: Kreiszeitung/Böblinger Bote vom 7. Oktober 2003.

Mit freundlicher Genehmigung der Kreiszeitung/Böblinger Bote

Zusätzliches Material zum alliierten Bombenangriff vom 7. / 8. Oktober 1943 finden Sie auf zeitreise-bb unter
Der Luftangriff vom 7. / 8. Oktober 1943 in Mauren – – Augenzeugenbericht von Else Löwis of Menar

Literaturhinweise
Karl Bauer: Zerstörung der Kreisstadt Böblingen im Zweiten Weltkrieg und ihr Wiederaufbau. Ehrenbuch für die Gefallenen und Vermissten 1939-1945, hrsg. von der Stadt Böblingen im Oktober 1963 anlässlich des 20. Jahrestages des Luftangriffs am 7./8. Oktober 1943.
Erwin Funk: Böblingen im Dritten Reich – Teil 1. Luftangriffe und Luftschutz in Böblingen, Böblingen 1983.
Erwin Funk: Böblingen im Dritten Reich -– Teil 2. Erinnerungen und Erfahrungen in Berichten und Dokumenten, Böblingen 1987, S. 196-213.
Barbara Hammerschmitt: 1919-1945: Demokratie und Diktatur, in: Böblingen – Vom Mammutzahn zum Mikrochip. Im Auftrag der Stadt Böblingen herausgegeben von Sönke Lorenz und Günter Scholz, Böblingen 2003, S. 328-361.
Erich Kläger: Böblingen in alten Ansichten, hrsg. von der Stadt Böblingen, 1976, S. 120-134.

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