Das große fürstliche Hirschwasserjagen im Leonberger Forst 1748
Höfische Jagd und bäuerliche Not
Autorin: Herma Klar
Württemberg im 18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert war – auch in Württemberg – eine Zeit höfischer Prachtentfaltung. Zu Beginn des Jahrhunderts ließ Herzog Eberhard Ludwig Schloß und Stadt Ludwigsburg als neue Residenz errichten. Die riesige Schloßanlage sowie die glänzende Hofhaltung sollten Ruhm und Macht des Herzogs repräsentieren. Das entsprach der Idealvorstellung vom absoluten Fürsten. Im Sinne der Formel „der Staat bin ich“ wollte der Fürst nicht nur die höchste Gewalt im Staatswesen sondern auch dessen eigentliche Verkörperung sein.
Herzog Carl Eugen trat 1744 die Regierung an. Die schon zur Zeit seiner Vorgänger aufwendige Hofhaltung erhielt nun europäischen Rang. In seiner Jugend war der katholische Herzog mit großen Höfen in Berührung gekommen. Carl Eugen besaß ein für Württemberg ungewöhnliches Kunstinteresse und –verständnis. Er ließ zahlreiche Schlösser errichten: das Neue Schloß in Stuttgart, das Jagdschloß Monrepos, die Solitude und schließlich Hohenheim.
Auch die darstellenden Künste erlebten damals eine Blütezeit. Der Herzog engagierte für Oper, Theater und Ballett international bedeutende Künstler.
Im Gegensatz zu seinem kulturellen Rang erreichte die politische Bedeutung Württembergs kein europäisches Format. Dennoch war das Thema fast aller künstlerischen Darstellungen die Verherrlichung des Staates und seines Herrschers.
Jagdrecht ist Herrenrecht
Das Jagdrecht stand bis auf wenige Ausnahmen nur einer privilegierten Schicht zu. Die Adligen, die das Grundrecht besaßen, hatten auch das Jagdrecht. Bauern und Bürger waren davon ausgeschlossen. Entstanden ist diese Jagdgerechtigkeit im frühen Mittelalter. Der Adel lieh Teile seines Landeigentums an abhängige Bauern zur Bewirtschaftung aus. Er erhielt als Gegenleistung Abgaben und Dienste. Dafür gewährten ihm die Herren „Schutz und Schirm“. Damals bedeutete dies auch eine Jagdpflicht der Herren: Sie mußten die Bauern vor Raubtieren und ihre Felder vor schädlichem Wild bewahren.
Solange sich Leistung und Gegenleistung etwa die Waage hielten, hatte diese Abmachung durchaus ihre Berechtigung. Doch bereits im Hoch- und Spätmittelalter löste sich diese sinnvolle Verpflichtung von Rechten und Pflichten. Der Adel missbrauchte das Jagdprivileg und forderte neben anderen Diensten auch Jagdfronen von den Bauern.
Diese Dienste konnten von den Feudalherren jederzeit und beliebig lange gefordert werden. Die Bauern empfanden die Jagdfronen deshalb als schwere Last. Dennoch hielt der Adel rücksichtslos am Jagdrecht fest. So konnte er seine Macht demonstrieren, da mit der Ausübung des Jagdrechts auch der unmittelbare Zugriff auf die Untertanen verbunden war. Diesen wurde damit klar gemacht, wer der Herr im Lande war.
Der erste große Widerstand gegen die Jagdprivilegien formierte sich im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Während der Bauernaufstände (Armer Konrad) gehörte die Forderung nach Freigabe der Jagd und nach Begrenzung der Fronen zu den Hauptzielen der Bewegung. Nach der Niederlage der Aufständischen blieb für weitere 300 Jahre alles beim Alten. Für weitere 300 Jahre mußten die Bauern unter dem Jagddruck leben.
Durch die Jagdprivilegien wurde ein „Klassengesetz“ mit besonderer Schärfe ins Bewusstsein gebracht: die Herren und ihre Untertanen. Die Spannungen, die dieser Gegensatz verursachte, entluden sich auf verschiedene Weise: auf legalem Weg, in Klagen, Petitionen und Protesten sowie auf illegale Art durch Wilderei. Dem Wilddieb, durch das Gesetz als Verbrecher verfolgt, gehörte die Sympathie der Bevölkerung. Diese empfand Wilderei eher als Selbsthilfe denn als Verbrechen.
Erst durch die Französische Revolution 1789 wurde eine Änderung erreicht. Die Nationalversammlung beschloß die Abschaffung der Jagdfronen. Daraufhin kam es auch in Württemberg zu Unruhen. Einige Milderungen der Jagdgesetze wurden eingeleitet. Doch erst im Verlauf der Revolution von 1848 wurden die Jagdprivilegien endgültig abgeschafft.
Das große fürstliche Hirschwasserjagen im Leonberger Forst am 8. Oktober 1748. Kolorierte Version des Kupferstichs von Jakob Wangner zeigt das große fürstliche Hirschwasserjagen im Leonberger Forst. Das Blatt sollte ein Buch von W. F. Schönhaar über die Hochzeitsfeierlichkeiten Herzog Carl Eugens illustrieren. (Bild: Deutsches Jagd- und Fischereimuseum München)
Festinjagen bei Leonberg
Am 8. Oktober 1748 wurde im Leonberger Forst ein großes Jagdfest abgehalten. Anlass war die Vermählung des Herzogs Carl Eugen mit Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth.
Die „Hoch Fürstlichen Heimführungs Festivitäten“ sind in einem Buch genau beschrieben. Dort wird als Schauplatz für die Prunkjagd „die ein Stunde von Leonberg entfernte Wasserhalde“ angegeben. Als Ort des Geschehens kommt nur der Wasserbachsee beim Silberberg in Frage. Spuren der ehemaligen Anlage sind noch heute im Gelände sichtbar.
Diesem oben erwähnten Buch ist ein Kupferstich von Jakob Wangner beigegeben. Wie darauf zu sehen ist, waren für die Jagdbelustigung umfangreiche Vorbereitungen nötig gewesen: Durch Stauen des Baches hatte man einen künstlichen See angelegt und an den Hängen des Tales drei Terrassen ausgehoben. Die gesamte Fläche wurde von künstlichen Aufbauten eingegrenzt. Zweck dieser Anlage war, das zusammengetriebene Wild auf eine möglichst überraschende Art vor die Augen und Büchsen der fürstlichen Gesellschaft gelangen zu lassen.
Zwei prächtig bemalte Kastelle waren errichtet worden. Zwischen diesen befand sich eine Triumphpforte, die durch vier kleine Bogengänge mit den Kastellen rechts und links verbunden war. Der Triumphpforte gegenüber, am anderen Seeufer, befand sich der Jagdschirm, der 50 Personen Platz bot. Diese Anlage war der prunkvolle Hintergrund für ein blutiges Schauspiel.
Es begann mit dem Öffnen des Wildgeheges. Etwa 800 Hirsche, Rehe und Wildschweine rannten nun ahnungslos unter den Bögen hindurch und stürzten eine steile Böschung hinab in den durch eine Hecke verdeckten See.
„Das Gewild kame durch die bey obbemeldten Castellen besonders zubereitete Schwibbögen und verschiedene wohlausgezierte Öffnungen haufenweise heraus, und wurde daselbst von einer Höhe zu 14 Schuh in das Wasser herab gesprengt, und alsbald unter währendem Schwimmen, aus dem Schirm heraus von anwesenden Hohen Herrschaften und anderen Hohen Personen geschossen.
Die Hohe Jagd-Gesellschaft fande hiebey das gewünschteste Vergnügen.Sie ergötzen Sich bald an den artigen Erfindungen und Einrichtungen dieses Jagens: bald über das herunterburzeln des Gewilds von dem darzu gemachten Absprung: bald über das ängstlich – und doch vergebliche Fliehen desselben. Die Zuschauer aber, deren von nahen und fernen Orten viele tausend gezehlet werden konnten, bemerkten solche Seltenheiten, die sie in beständiger Verwunderung unterhielten.„
Bis zum Abend erlegte die Festgesellschaft etwa 400 Tiere. Das überlebende Wild wurde wieder in die Freiheit entlassen. Den krönenden Abschluss bildete ein großartiges Festbankett im Schloß zu Ludwigsburg.
Uns ist heute gänzlich unverständlich, daß das massenhafte Abschlachten von Tieren als Vergnügen empfunden wurde. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß die Menschen des Barockzeitalters ein anderes Verhältnis zur Jagd hatten. Die Jagd war kein Sport im heutigen Sinn, sondern eine wichtige Lustbarkeit des Hofes. Absolute Herrschaft wurde öffentlich demonstriert. Vorgeführt werden sollte das Beherrschen der Natur, die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod, der Wildreichtum des Landes und das alleinige Besitzrecht an den wilden Tieren.
Der Kupferstich von Jakob Wangner
Der Kupferstich stammt von Jacob Wangner, einem Augsburger Kupferstecher. Augsburg war um die Mitte des 18. Jahrhunderts führende Kunststadt Süddeutschlands. An der dortigen reichsstädtischen Kunstakademie erhielten Maler und Kupferstecher eine solide Ausbildung. Die Druckgraphik erlebte damals eine besondere Glanzzeit. Jakob Wangner gehörte zu dem Heer von Kupferstechern, die bekannte Werke anderer Künstler im Stich reproduzierten. Zu seinen Vorbildern gehörte auch Johann Elias Ridinger, der bedeutendste Jagd- und Tierspezialist des 18. Jahrhunderts.
Wangners Auftrag für den württembergischen Hof stellte in seinem Gesamtwerk eine Besonderheit dar. Er sollte ein Buch von Wilhelm Friedrich Schönhaar über die Hochzeitsfeierlichkeiten Herzog Carl Eugens und Prinzessin Elisabeth Friederike Sophias illustrieren. So verewigte er unter anderem die am 8. Oktober 1748 stattgefundene Wasserjagd bei Leonberg.
Für diese Darstellung hat Wangner sich entweder selbst Skizzen vor Ort angefertigt, oder Vorlagen bzw. Beschreibungen von Augenzeugen erhalten. Seine Signatur am rechten unteren Bildrand „Jacob Wangner sculpsit Aug.Vindel.“ (gestochen von Jacob Wangner Augsburg) gibt Aufschluß über den Stecher, nicht aber über den Erfinder des Bildes.
Zwei Versionen des Kupferstichs sind bekannt. Die eine Ausführung ist jedoch reicher im Detail. Auf diesem Druck sind wesentlich mehr Tiere und Zuschauer dargestellt, außerdem sind äußerst drastische Szenen zu entdecken. Die andere Variante zeigt sich starrer und unbeholfener in der Menschen und Tierdarstellung. Wahrscheinlich wurde sie von einem minder begabten Stecher nach dem Original Wangners angefertigt.
Detail aus dem Kupferstich von Jakob Wangner. (Bild: Stadtarchiv Leonberg)
Höfische Jagdlust
Einen wesentlichen Teil des adeligen Lebens stellte die Jagd dar. Sie galt als eines der „vornehmlichsten“ Belustigungen hoher Herren.
Als wichtigstes Argument für die Bedeutung der herrschaftlichen Jagd wird ihr Wert als „Vorspiel und Spiegel des Krieges“ angeführt. Ein Jagdbuch des 18. Jahrhundert stellt fest, „daß der Krieg und die Jagd schon in den entferntesten Zeiten als rühmliche Beschäftigung Fürstlicher Personen“ angegeben werden. Doch mit dieser Bewertung wird bereits im 18. Jahrhundert eine längst verlorene Wirklichkeit beschworen. Längst war die Zeit der ritterlichen Heere vorbei, für deren Angehörige die Jagd einen kriegsertüchtigenden Sinn haben konnte. Und nicht nur der Krieg, auch die Jagd hatte sich grundlegend gewandelt. Sie spielte zwar bei der Erziehung der jungen Adligen eine erhebliche Rolle, doch hatte sie keinen kriegerischen Zweck mehr: Die Jagd gehörte zum höfischen und adligen Leben wie der Tanz.
Der Verlust der Ritterlichkeit zeigte sich auch in den Jagdmethoden. Ursprünglich wurde das Wild mit einer Hundemeute so lange gehetzt, bis es sich erschöpft stellte und von den berittenen Jägern mit Pfeil, Spieß oder Schwert getötet werden konnte. Dem Wild blieb eine Chance zu entkommen. Im Laufe der Zeit entstand die Gewohnheit, den möglichen Fluchtweg der Tiere zu versperren und das Jagdterrain mit Seilen, Netzen und Tüchern zu begrenzen. Diese Jagdmethode der sogenannten „eingerichteten“ oder „eingestellten“ Jagd setzte sich rasch durch, nachdem der Gebrauch von Feuerwaffen, deren Anwendung lange Zeit als unwaidmännisch gegolten hatte, nicht mehr verpönt war. Der sichere Erfolg der Feuerwaffen verkürzte die Jagd. Da das Jagdvergnügen in keinem Fall gemindert werden sollte, mußte eine höhere Anschußquote garantiert werden. Das Wild wurde gegen den Standort des höchsten anwesenden Herren getrieben, der es gefahrlos erlegen konnte.
Im 18.Jahrhundert war auch die Parforce-Jagd sehr beliebt. Die Parforce-Jagd kam aus England und Frankreich nach Deutschland. Sie war eine kostspielige Variante der Überlandjagd. Es wurde ein erheblicher Aufwand an Personal, Pferden und Hunden betrieben. Herzog Carl Eugen verwendete bei der Hatz bis zu 300 Hunde.
Die eigentliche Hetze war Aufgabe der Jagdpersonals und der Hundemeute. Ihnen folgten die herrschaftlichen Jäger mit ihrem Gefolge, um die gestellten und an jeder weiteren Flucht gehinderten Tiere zu töten. Den Charakter ernsthaften Waidwerks hatte die Jagd nun endgültig verloren. Durch den Aufwand und den zur Schau gestellten Prunk war sie zum reinen Zeitvertreib geworden.
Bei allen Jagdarten ist eine Tendenz zur Ausschaltung jeglichen Risikos und der Sicherung eines möglichst hohen Vergnügens festzustellen. Diese Tendenz fand ihren Höhepunkt in dem nach Versailler Vorbild variantenreich veranstalteten „Festinjagen“. Da gab es „Wasserjagden“, bei denen die Tiere von Schiffen oder von künstlichen Inseln aus beschossen wurden; „Sprengjagden“, bei denen die Tiere von künstlichen Höhen aus in die Tiefe stürzten und „Kampfjagden“, bei denen Bären gegen Hunde, Hirsche gegen Wölfe kämpften.
Sehr beliebt war auch das „Fuchs-Prellen“. Es wurde in einem geschlossenen Raum veranstaltet. Jagdpersonal oder auch Mitglieder der Hofgesellschaft standen sich gegenüber. Zwischen sich hatten sie Netze oder Tücher gelegt. Durch Anspannen der Netze wurden Füchse und andere Kleintiere so lange emporgeschleudert, bis sie verendeten. An diesem Treiben beteiligten sich besonders gerne die Damen.
Darstellung eines sog. Fuchsprellens aus dem frühen 18. Jahrhundert. Abbildung aus „Der Vollkommene Teutsche Jäger“ von Johann Friedrich von Flemming, Leipzig 1719. (Bild: Wikimedia Commons / Public domain)
Bäuerliche Jagdlast
Dieser ganze Prunk hatte auch seine Kehrseite. Die Lasten für die Jagdvergnügen mußten die Untertanen, besonders die Bauernschaft tragen. Sie waren zu Jagdfronen verpflichtet. Diese Dienste umfaßten die Stellung von Zugtieren und Fuhrwerken, die Verpflegung und Unterkunft der gesamten Jägerei nebst Pferden, Hunden und Falken, die Aufzucht und Pflege herrschaftlicher Hunde und Hilfsdienste, die bei der Jagd notwendig wurden. Solche Jagdfronen waren sehr verhaßt. Dies lag vor allem daran, daß es sich in der Regel um „ungemessene Dienste“ handelte, die beliebig oft und beliebig lange beansprucht werden konnten. Auf die Bedürfnisse der Fronpflichtigen wurde dabei wenig Rücksicht genommen. Für fronpflichtige Bauern war das Zusammenfallen der Hauptjagdzeit, der Hirschfeiste, mit der Erntezeit besonders schwer ertragbar.
Der Glemswald gehörte zu den bevorzugten Jagdgebieten der in Stuttgart residierenden Landesherren. Die Hauptleidtragenden waren Eltingen, Leonberg, Weilimdorf, Botnang und Feuerbach. So hatte Feuerbach an 120 bis 130 Arbeitstagen fronpflichtige Männer zu stellen. Die Jagdleidenschaft Herzog Carl Eugens führte zu einer unliebsamen Erweiterung der Forstfronen. 1769 beanspruchte er 3753 Männer aus den Dörfern des Leonberger Forstes mit 1200 Pferden und 790 Ochsen. Leonberger, Eltinger, Warmbronner, Gebersheimer, Renninger, Gerlinger Einwohner mussten Pirschwege anlegen, Wild im Winter mit Futter versorgen, Treiberdienste leisten, Jagdzäune errichten, angeschossene Tiere suchen, Gras mähen und dörren, Eicheln lesen, Wege instandsetzen und vieles mehr.
Es heißt die Jagdfronen seinen so verhaßt gewesen, daß viele Bauern, um den Spanndiensten zu entgehen, ihre Pferde verkauften und sich stattdessen Ochsen als Zugtieren hielten.
Verschärft wurde diese Situation noch durch den Schaden, den das Wild auf Feldern und Weinbergen anrichtete. Den Gemeinden waren nur wenige Schutzmaßnahmen gestattet. Schutzzäune durften errichtet werden, und die Vertreibung des Wildes durch Hunde war erlaubt. Diese Maßnahmen waren allerdings genehmigungspflichtig. So sollte verhindert werden, daß durch allzu starke Gegenmaßnahmen das Jagdvergnügen beeinträchtigt wurde.
Den württembergischen Bauern war „aus Lands-Vätterlicher Liebe und Sorgfalt für die Conservation Unserer Unterthanen“ gestattet, ihre Felder und Gärten mit Zäunen zu umgeben. Doch diese durften nur eine geringe Höhe haben und nicht „spitzig“ sein, damit „dem Wildprät keinen Schaden entstehen könnte“.
Da die Wildmassen in den Wäldern nicht genug Nahrung fanden, suchten sie sich ihr Futter auf den Feldern. Dies geschah im Grunde mit der Zustimmung der Herrschaft.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts sollten die Wildzäune nicht um die Äcker, sondern um die Wälder angelegt werden. Das Wild war bei seiner Nahrungssuche alleine auf den Wald angewiesen. Als man aber feststellte, dass die Bäume erheblich darunter gelitten hatten, wurde der Abbruch der Zäune verfügt. Das Wild wurde wieder bewusst auf die Felder gelassen.
Die einzige wirksame Selbsthilfe, nämlich Jagd und Abschuß des überreichen Wildbestandes, war dem gemeinen Mann streng verboten.
Bauernalltag um 1500 – Im Hintergrund Flechtzäune als Wildschutz und Bauern, die versuchen das Wild mit Steinschleudern und Stecken von den Feldern fernzuhalten (Bild: Bauernkriegsmuseum Böblingen)
Erstveröffentlichung: Aus Schönbuch und Gäu. Beilage der Kreiszeitung Böblinger Bote, 2-3/1995.
Mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Heimatgeschichtsvereins für Schönbuch und Gäu e.V.
Die Autorin, Herma Klar, ist Leiterin des Museums im Steinhaus in Nagold.























