Kinder der Familie Knapp:
1. Thomas, geb. am 15. Februar 1603
2. Michael, geb. am 30. Dezember 1604
3. Johann Georg, geb. am 3. März 1609, gestorben am 11. November 1609 auf dem Einsiedel.
4. Anna Maria, geb. am 1. Januar 1615, gestorben am 6. Dezember 1649 in Willmandingen, verheiratet am 17. November 1635 in Weil im Schönbuch mit Eusebius Hermann, geb. am 9. Dezember 1612 in Reutlingen, gestorben am 30. Mai 1655 in Willmandingen, reisiger (d. h. berittener) Amtmann zu Willmandingen, Sohn des Erhard Hermann, Ratsverwandter und Gastgeber zum Rebstock zu Reutlingen. Anna Maria zog mit ihrer Mutter 16jährig nach Reutlingen. Sie lernte dort ihren Mann kennen, mit dem sie im Sterbejahr ihres Stiefvaters 1635 in Weil im Schönbuch Hochzeit hielt. Das Fest war überschattet von der wohl schrecklichsten Katastrophe, die jemals über unsere Vorfahren kam, denn im Sommer 1635 brach die Pest aus.
Die sechs Kinder der Familie Hermann waren öfter zu Besuch bei der Großmutter in Weil im Schönbuch, vor allem als ihre Mutter mit 34 Jahren bei der anstehenden siebten Geburt gestorben war.
Nur wenige Menschen konnten zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Weil im Schönbuch schreiben. Thomas Knapp hinterließ uns ausführliche Lebensbeschreibungen über die Familie Knapp. Die hochinteressanten Berichte schildern die gesellschaftliche Gliederung unserer damaligen Gemeinde. Sie geben Einblick in Sitte und Brauch, in Denk- und Lebensweise und Auskunft über zahlreiche Familien und ihre Aufgaben im 17. Jahrhundert.
Sage vom Meistertrunk
Der Waldvogt Oseas Knapp und sein Sohn Thomas, als sein Nachfolger, erscheinen in der Überlieferung als sehr trinkfeste Männer. Für damalige Zeiten ein hoher Ruhm. Von Oseas wird erzählt, er sei bei einem Besuch am herzoglichen Hof, vielleicht bei einem Tauffest, gefragt worden, ob er sich getraue, ein silbernes Badewännchen, wenn es mit Wein gefüllt werde, in einem Zug auszutrinken. Er habe gesagt, er müsse erst eine Probe machen, habe sich ins Vorzimmer zurückgezogen, hier das Gefäß mit geringerem Wein füllen lassen und es ausgetrunken. Dann sei er wieder eingetreten: Ja, es gehe, und habe das mit gutem Wein gefüllte Gefäß abermals bis zum letzten Tropfen geleert.
Von seinem Sohn Thomas heißt es, er habe durch einen Meistertrunk von den im Winterquartier liegenden Schweden eine glimpflichere Behandlung des Landes erlangt. Vermutlich handelt es sich dabei um zwei verschiedene Fassungen derselben Sage. Der österreichische Dichter Ludwig Mahnen hat im Jahre 1919 den Meistertrunk in einer Ballade besungen. Er schreibt ihn dem Waldvogt von Weil Oseas Knapp zu, der aber den Einfall der Schweden nicht mehr erlebt hat. Die Schweden kamen am 4. Juli 1630 nach Deutschland und Oseas Knapp starb am 18. Juni 1626. Sein Sohn Thomas könnte eher in Frage kommen.
Thomas Knapp Nachfolger als Waldvogt
Thomas Knapp, der älteste Sohn Oseas Knapps wurde am 15. Februar 1603 in Weil im Schönbuch geboren und ist hier auch am 25. Februar 1677 im Alter von 74 Jahren gestorben. Der Eintrag im Weiler Totenbuch lautet: “Herr Thomas Knapp, vieljähriger und zuletzt verleibdingter (d.h. mit Ruhegehalt verabschiedet) Waldvogt zu Tübingen, 74 Jahre alt, den 26. mit großer Frequenz zur Erden bestattet. Der getreue Gott erwecke seinen Leichnam mit Freuden“. 1624 seinem Vater als Gehilfe beigegeben, mit 23 Jahren 1626 Waldvogt zu Tübingen und im Schönbuch mit dem Amtssitz zu Waldenbuch. Hier sind er und seine Ehefrau von 1625-1645 etliche sechzigmal als Taufpaten eingetragen. Nach dem Einfall der Kaiserlichen 1634 lebte er zeitweise zu Tübingen, so 1635 und wieder 1643-1647 zeitweise auch zu Weil. Verheiratet am 15. 9. 1629 in Herrenberg mit Agnes Eisenkrämer, geb. am 3. 3. 1609 in Pfullingen, gestorben am 14. 4. 1681 in Waldenbuch, Tochter des Melchior Eisenkrämer, Bürger zu Pfullingen, u. s. G. Agnes Andler von Herrenberg. Thomas Knapp wurde mit 70 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Sonst war man bis zum Tod Amtsstelleninhaber.