Die Hafnersippen Schmid und Kipfer in Holzgerlingen
Die Familie Schmid – sechs Generationen Hafner in Holzgerlingen
- Hans Konrad Schmid, Hafner 1690 – 1755
- Kaspar Schmid, Hafner 1726 -1798; (hat signierte Plättchen hinterlassen)
- Johann Kaspar Schmid, Hafner 1757 – 1835; (hat signierte Plättchen hinterlassen)
- Johann Kaspar Schmid, Hafner 1782 – 1862
- Johannes Schmid, Hafner 1788 – 1855; (hat signierte Plättchen hinterlassen)
- Johann Kaspar Schmid, Hafner 1821 – 1873
- Johann Kaspar Schmid, Hafnermeister 1814 – 1876
- Johann Konrad Schmid, Hafner 1846-1923
- Philipp Friedrich Schmid, Hafner 1850-1909
Nach Dr. Karl Hillenbrand sollen im Jahre 1971 noch etwa 30 überwiegend in Bauernhäusern erhaltene Wände mit Offenplatten von Alt-Caspar-Schmid (1726 – 1798) und jung (= Johann) Caspar Schmid (1757 -1835) erhalten gewesen sein. In Döffingen befindet sich noch eine aus dem Jahr 1821 stammende Wand von ]ohannes Schmid (1788 – 1855), die nach Hillenbrand nicht mehr ganz an das Niveau der älteren Generation heranreicht. Die Plättchen der beiden ersteren zeichnen sich durch hohe Qualität und Originalität aus und Karl Hillenbrand beschreibt sie als Volkskunst im besten Sinne. „Bild und begleitende Schrift stellen in Form und Inhalt eine vollkommene Einheit dar. Blumenmuster werden frei oder in geometrischen Anordnungen dargestellt. Jagdszenen tauchen auf, der springende Hirsch und das Wildschwein, Reiter und Jäger. Alles ist zügig und frei hingemalt„.
Den typischen Stil ihrer Plättchen beschreibt er folgendermaßen:
„Die häufigste Grundfarbe ist gelb. Alle gelben Plättchen tragen aussen entlang dem Rande einen braunen Strich als Einfassung. Die Schrift ist braun, die Bilder grün, weiss, ocker, rot und braun gemalt. Als Ganzes sehen die Wände: sehr hell und freundlich aus. Drei Wände konnten festgestellt werden, die einen geradezu feierlichen Eindruck infolge der braunschwarzen Grundfarbe der Plättchen machten. Sie sind mit Mangan schwarz engobiert. Am Rande sind sie mit einem weissen Strich eingefasst. Die Malerei ist hier weiss, grün, rot und gelb; die Motive sind dieselben wie bei den gelben Plättchen. Von einer grünen Wand waren nur noch wenige zu finden. Dabei wurde also eine Engobe verwendet, die Kupferasche enthielt. Bemalt wurden diese Plättchen mit weisser und dunkelbrauner Farbe. Die weisse Bemalung wurde dann durch Ineinanderfliessen mit der grünen Engobe im Ofen hellgrün.“
Die Familie Kipfer – Fünf Generationen Hafner in Holzgerlingen
- Jerg Kipfer Hafner 1672 – 1754
- Johann Philipp Lukas Kypfer, Hafner 1717 – 1773
- Georg Jakob Kypfer, Hafner 1747 – 1810
- Johann Konrad Kypfer, Hafner 1778 -1865
- Georg Gebhard Kypfer, Hafner 1813 – 1880
- Johann Konrad Kypfer, Hafner geb, 1804
- Anna Maria Kypfer, verheiratet mit Bernhard Schweizer, genannt Kypferhand, arbeitet als Ziegler 1855-1932
Hillenbrand schreibt, von der Familie Kipfer seinen bis zum 2. Weltkrieg noch 15 Wände erhalten gewesen und beschreibt sie wie folgt:
„Stilistisch erinnerten ihre Plättchen stark an die der Schmids, von denen sie sicher beeinflusst sind: Äussere Aufmachung und Farben sind dieselben. Sie unterscheiden sich jedoch durch Verschiedenes: Das Format ist kleiner, 19 x 19 cm. Die Malerei ist sehr genau, mit grosser Liebe, bis ins Einzelne ausgeführt, manchmal fast ein wenig pedantisch. Besonders schön sind eine Gruppe von drei schwäbischen Handwerksburschen aus Jerusalem, vier Platten mit Darstellung der Jahreszeiten, ferner Hirsche, Wildschweine, Reichsadler, Reiter und Josua und Kaleb. Die Wärme der Farben und der Darstellung sind eindrucksvolle Zeugnisse des schwäbischen Volksgemüts„.
Quelle: Karl Hillenbrand, „Schwäbische Ofenwandplättchen„. In: „Der Museumsfreund“, Heft 12/13, 1971, hrsg. vom Württembergischen Museumsverband e.V. Stuttgart.
Auszugsweise Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Landesstelle für Museumsbetreuung Stuttgart














