Auch an der Südseite finden sich einige Inschriften, die an die Toten erinnern sollten, so z.B. an „Fr. Orthin aus Dornstetten, gest. 1750“. An einem südlichen Strebepfeiler des Chors wurde eine Inschrift für ein früh verstorbenes Kind eingehauen:
Hier ruht / Joh. Ulrich Wörn / starb d. 27. Jan. 1786 / alt 1 Jar u. 6 mon.
Durch einen Rahmen besonders hervorgehoben wurde die bekannteste Inschrift an der Martinskirche. Das hochinteressante Denkmal erinnert an ein Kapitalverbrechen, bei dem der Forstknecht Heinrich Müller 1758 gewaltsam zu Tode kam.
Herr Joh. Heinrich Müller Raysiger [berittener] Forstknecht von hier wurde den 23. Mart. 1758 von 3 wild dieben aus dem Rotenburgischen gebiet tödlich verwundet und nach dem am 29. mart. Erfolgten seel. Ende hieher begraben. 40 J. alt. Leichentext 2. Sam 3, 33-34 [ „… du bist gefallen, wie man vor bösen buben fällt“].
Ob der Zusatz „aus dem Rotenburgischen gebiet“, also aus der Gegend von Rottenburg zutreffend ist, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlich sollten die Bösewichter als „katholisch“ identifiziert werden.
Schließlich findet sich an der Ostwand des alten Rathauses (ehemalige Bebenhäuser Pflege) noch eine ganz besondere, warnende Inschrift:
Gottlieb Jacob Scheuermann, geb. 1794 / Vom Tode ereilt beim Baden im hiesigen See in der Heldenzeit des Lebens den 16. Juni 1815. / Dem vorangegangenen braven Jüngling zum Andenken und andern zur Vorsicht von seinen Freunden. / Eltern: Georg Mich. Scheuermann und Margaretha geb. Löfflerin
Neben den reinen Inschriften sind auch noch einige Grabplatten erhalten. So erinnern in der Trennwand zwischen ehemaligem Waschhaus und Kirchgarten (Pfarrhofmauer) ein Stein an Hanns Jacob Bauer, „St[arb] den XXI Xbris [Decembris] Anno 1743“ und an den Zimmermann Andreas Heess, der am „28. Aprilis Anno 1719“ verstorben ist.
An der Südseite des Chors befinden sich zwischen zwei Strebepfeilern die Grabsteine von zwei Weiler Pfarrern
- Pfarrer M C[ristoph] E[rhard] Nastold, gest 1796“
- M Jacob Friedr. Holland, gest 1821 und dessen Ehefrau Friederike Dorothea geb. Denner, gest 1820
Eine besonders feine Steinmetzarbeit ist der Grabstein des offenbar bedeutenden Waldvogts Oseas Knapp (1564 -1626) an der Südwand des Kirchenschiffs. Auf dem Stein ist das Wappen wiedergegeben, das ihm und seiner Familie 1623 verliehen wurde. Und es wird erwähnt, dass er drei württembergischen Herzögen gedient habe (nämlich den Herzögen Ludwig, Friedrich und Johann Friedrich).
Übrigens stand die einzige Grabplatte, die noch an den Weiler Ortsadel („erbar Jörg geborener Herre von Weill, gestorben 1510“) erinnert, ehemals auch an der südlichen Kirchenmauer. Mittlerweile wurde sie in die Sakristei überführt.